Sich ernst nehmen
Veränderung wird oft mit Verlust verbunden. Mit dem, was endet. Mit dem, was nicht mehr geht.
Und ja, Veränderungen verschieben Vertrautes. Beziehungen, Rollen, Erwartungen ändern sich. Doch ihr Kern ist ein anderer. Ihr Kern ist die Erlaubnis, sich selbst ernst zu nehmen.
Wenn man beginnt, ehrlich mit sich zu sein, wird man nicht jemand anderer. Man wird deutlicher. Man vertritt nicht länger, was innerlich nicht mehr stimmt. Man bleibt nicht mehr stehen, nur weil es von außen erwartet wird.
Das kann irritieren. Nicht jede Umgebung kommt damit sofort zurecht. Doch Irritation ist kein Zeichen von Fehlern. Sie ist ein Zeichen von Bewegung. Sich zu verändern heißt nicht, alles hinter sich zu lassen. Es heißt, bewusster zu wählen.
Welche Beziehungen tragen weiter? Welche Rollen dürfen enden? Wo begegnet man sich noch selbst und wo nicht mehr? Ehrlichkeit ist dabei kein Ideal. Sie ist notwendig - vor allem sich selbst gegenüber. Denn nur wer sich selbst nicht länger übergeht, kann weitergehen, ohne wieder im Funktionieren zu landen.
Veränderung ist kein Bruch. Sie ist ein Aufrichten.