Mind yer heid
Wo auch sonst, außer in Schottland, kann man ein solches Schild finden.
Mein eigener heid war noch voll von den Stoffen, die ich wenige Minuten zuvor in der dort ansässigen Weberei gesehen hatte, als ich das Schild an einer winzigen Brücke entdeckte. Sie führte über einen kleinen Weg und war so niedrig, dass selbst ich mir dort den Kopf angeschlagen hätte - obwohl ich wahrhaftig keine Riesin bin.
So schöne Muster, so klare, warme Farben. Das Land eingefangen in Wolle und Stoff. Ich träumte von weiten Röcken und kuscheligen Decken, die ich daraus an langen, dunklen Wintertagen herstellen könnte.
Und dann dieses Schild.
Mind yer heid.
Pass auf deinen Kopf auf.
“Schütze dein wichtigstes Körperteil” - wie oft hatte ich das schon gesagt, wenn Menschen so nachlässig mit ihrem Kopf umgingen. Keinen Schutzhelm trugen, obwohl es besser wäre. Sich mit Alkohol und Drogen zudröhnten. Oder mit endlosem Scrollen durch Social Media und regelmäßigem Binge-Watching irgendwelcher Serien.
In anderer Form ist es immer wieder Thema in meinen Therapien und Coachings: Welche Gedanken bekommen Raum? Welche alten Glaubensätze aus der Vergangenheit, bis zurück in die tiefste Kindheit, treiben noch immer ihr Unwesen im Kopf? Warum sind dort noch die Mobbereien aus der Schulzeit zu finden und beeinflussen Denken, Handeln und Fühlen?
Warum werden Zukunftsängste immer weiter genährt, obwohl niemand weiß, wie die Zukunft wirklich werden wird? Vielleicht sogar noch schöner, als wir es uns heute vorstellen können.
Ich könnte diese Liste fast endlos fortsetzen.
Das und noch viel mehr ging mir durch den Kopf, als ich dieses Schild sah.
Mind yer heid.
Pass auf deinen Kopf auf.
Unsere Gedanken beeinflussen, wie wir fühlen, handeln und welche Wege wir einschlagen. Es lohnt sich also, darauf zu achten, womit wir unseren Kopf füllen - und ihn mindestens genauso sorgsam zu behandeln, wie hoffentlich den Rest von uns.
Sophie