Ich erwache, weil ich schwitzend und zitternd im Bett liege. Im Dunkeln tappt meine Hand nach einem Taschentuch, bevor sich ein Nieser seinen Weg bahnt. “Das darf doch wohl nicht wahr sein. Ausgerechnet jetzt.”
Zurück von einer inspirierenden Reise nach Schottland und England, auf der ich viel erlebt und geschrieben habe, bin ich nun voller Ideen, die ich sofort verwirklichen möchte. Mein Buch will vollendet werden. Ich stecke voller Tatendrang und mein Kalender quillt über.
Nachdem ich mir selbst eingestanden habe, dass ich mir wohl ein Virus eingefangen habe, trifft mich auch die Erkenntnis, dass ich immer, wenn sich ein Erkältungsvirus bei mir einnistet, diese zwei Worte sage: “Ausgerechnet jetzt.” So wirklich passend finde ich Schniefnase, Schweißausbrüche und Schlappheit nie. Dann kann ich es ja auch jetzt hinnehmen und es hoffentlich für lange Zeit hinter mir haben.
Vielleicht ist der Zeitpunkt ja auch gar nicht schlecht, so direkt nach einer erfüllenden Reise. Statt mich direkt in alle möglichen Arbeiten zu werfen, kann ich in Ruhe in meinem zugegeben etwas langsam arbeitenden Kopf, all die wundervollen Bilder Revue passieren lassen. So will ich mich meinem Schicksal ergeben und nichts tun. So ist der Plan.
Doch dann erwische ich mich dabei, wie ich wieder Notizen mache und Struktur in meine Gedanken und Erlebnisse bringe. Immerhin habe ich neben mir den Kräutertee mit Tannenspitzensirup und die Taschentücherbox.
Sophie