Gedanken zum neuen Jahr

“Für mich soll’s rote Rosen regnen” - dieses Lied von Hildegard Knef wird oft als Sehnsucht nach Glanz oder Erfüllung im Außen verstanden. Für mich erzählt es etwas anderes. Es erzählt von dem inneren Weg, von dem Wunsch, das eigene Leben ernst zu nehmen - auch dann, wenn es schwer geworden ist. Es enthält die Botschaft, dass jeder Mensch wertvoll ist.

Ein neues Jahr beginnt für viele Menschen mit der Hoffnung auf Besserung, aber auch mit Erschöpfung und Resignation. Mit Erfahrungen, die nachwirken. Mit Krisen, die nicht abgeschlossen sind. Mit Verletzungen, die einfach nicht heilen wollen. Gerade Menschen, die Traumatisches erlebt haben, spüren zum Jahreswechsel oft besonders deutlich, wie weit sie sich von Leichtigkeit und Zuversicht entfernt haben.

Bei meiner Arbeit begegnen mir viele Menschen, die sich genau an diesem Punkt befinden. Nichts erscheint mehr sicher, Vertrauen ist erschüttert, Orientierung fehlt. Der Weg zu den “roten Rosen” beginnt dann damit, einen geschützten Raum zu bieten, damit Schritt für Schritt der Boden unter den Füssen wiedergefunden werden kann.

Coaching/Therapie bedeutet hier nicht Mut einzufordern oder schnelle Lösungen zu versprechen. Dasein für die Menschen, sie ohne Druck dabei zu unterstützen, ihren Weg zu finden, die Ursachen aufzuspüren und zu bearbeiten sind die ersten “roten Rosenblätter”.

Für das neue Jahr wünsche ich den Menschen, die gerade schwere Wege gehen, dass es für sie rote Rosen regnen möge als Zeichen dafür, dass sie wichtig sind. 


Sophie

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Stille Nacht - einsame Nacht